Zwar kommen Gas-Motor- oder Gas-Absorptionswärmepumpen im besten Fall gerade mal an eine Leistungszahl nahe COP 2 heran, arbeiten also mit einer deutlich niedrigeren Umwelteffizienz als elektrische Wärmepumpen. Doch Strom kostet das Vierfache von Gas. Trotz Halbierung des Wirkungsgrads liegen die Betriebskosten der Gasvariante deutlich unter denen von Elektro-Wärmepumpen. Deshalb gehört für größere Objekte die Verknüpfung beider Technologien nicht zur Ausnahme. Die CO2-Bepreisung fossiler Brennstoffe dürfte daran vorerst nichts ändern. Selbst 50 oder 60 Euro für die Tonne CO2 verschieben die Verhältnisse nicht wesentlich. Ist schon bei üblicher Niedertemperatur die Kostendifferenz beachtlich, erhöht sie sich mit steigenden Vorlauftemperaturen respektive Wirkungsgradverlusten – also im Gebäudebestand. Einfach deshalb, weil sich Abstriche an der Effizienz bei hochpreisiger Elektrizität monetär stärker bemerkbar machen als bei günstigerem Gas.
Biogas zur Verbesserung der Umweltbilanz
Der im Moment verschenkte Umwelteffekt lässt sich mit Biogas kompensieren. Das muss nach den Verordnungen und Muster-Einspeiseverträgen Erdgasqualität haben, sodass Gas-Wärmepumpen einen Wechsel gar nicht wahrnehmen.
Und die Nachfrage nach Biogas beziehungsweise nach Aufbereitungsanlagen nimmt zu. Unter anderem wollen immer mehr Kommunen das Verfahren der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) übernehmen: Das landeseigene Dienstleistungsunternehmen veredelt die Abfälle der Biotonne, die in Berlin „Biogut-Tonne“ heißt, in der hochmodernen Vergärungsanlage im Berliner Stadtteil Ruhleben zu Biogas für das Erdgasnetz und zum Betanken von rund 165 Müllfahrzeugen. Die Kapazität ist ausgeschöpft. Über 60 Prozent des organischen Abfallguts gehen mittlerweile diesen Weg, an eine zweite Einrichtung ist deshalb gedacht. Die Gärreste übernimmt die Landwirtschaft als Kompost.