Die Wohnsiedlung
Lange stand die Wohnsiedlung Marshall Heights im fränkischen Kitzingen bei Würzburg leer: Als die US Army aus der Stadt abzog, hinterließ sie die "Housing Area", die zusammen mit den zwei Kasernen Harvey Barracks und Larson Barracks bis zu 3.500 amerikanische Soldaten und ihre Familien beheimatet hatte.
Knapp zehn Jahre später kehrte das Leben zurück nach Marshall Heights, als ein Objektentwickler aus der Region das Gelände erwarb, die Gebäude nach und nach sanierte und vorrangig an Familien weiterverkaufte, die auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum im Umfeld von Würzburg waren.
Marshall Heights bietet in Ein- und Mehrfamilienhäusern Platz für insgesamt bis zu 2.000 Bewohner. Die Siedlung punktet mit ihrer verkehrsberuhigten Lage, großzügigen Grünflächen, dem malerischen Ausblick über die Weinberge im Umland – und einer modernen zentralen Wärme- und Warmwasserversorgung.
Versorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung
Die Anlage besteht aus einem Blockheizkraftwerk "Loganova EN140", zwei Gas-Brennwertkesseln "Logano plus SB745-800" und zwei Pufferspeichern "Logalux P5500" von Buderus und versorgt die bereits bewohnten Einfamilienhäuser mit Heizung, Warmwasser und Strom.
Das Blockheizkraftwerk (BHKW) Loganova EN140 erzeugt sowohl Wärme als auch Strom – dieses Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung eignet sich besonders für große Objekte mit einem hohen Strom- und Wärmebedarf während des ganzen Jahres.
"Weil wir in Marshall Heights so viele Wohneinheiten mit Energie versorgen müssen, lag es auf der Hand, ein BHKW zu nutzen", sagt Norbert Lucas von HWH Engineering in Iphofen, der die Planung der Anlage verantwortet hat.
Im Inneren des BHKW arbeiten ein Gasmotor, ein Drehstromgenerator und ein Wärmetauschersystem zusammen. Für die Stromerzeugung treibt der Motor den Generator an, der Strom wird entsprechend des aktuellen Bedarfs genutzt oder ins Netz eingespeist. Die bei der Energieumwandlung entstehende Abwärme wird über einen Glattrohrwärmetauscher an das angeschlossene Heizungssystem übertragen.
Das BHKW ist auf lange Laufzeiten ausgelegt: Je länger es läuft, desto mehr Strom erzeugt es und desto wirtschaftlicher ist sein Betrieb. Zudem ist es besonders effizient: Die Energie des Brennstoffs Gas nutzt es zu rund 92 Prozent aus und im Vergleich zur herkömmlichen getrennten Energieerzeugung spart das BHKW rund 40 Prozent der erforderlichen Primärenergie und damit auch CO2-Emissionen.
Für die SHK-Fachfirma RGT aus Estenfeld erwiesen sich die schmale Form und die Modulbauweise des BHKW als klarer Vorteil: "Die Installation des BHKW war schnell und unkompliziert", sagt Installateur Sven Uhle. "Und dank des modularen Innenaufbaus wird auch die Wartung komfortabel sein."
Auch im täglichen Betrieb punktet das BHKW mit integrierter Steuerungseinheit. Hans Bretz, Projektleiter beim Bauträger und Anlagenbetreiber Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen GmbH (LKW), überwacht alle Parameter bequem über den Farb-Touchscreen, der jederzeit alle Betriebsmeldungen und aktuellen Einstellungen anzeigt. Die Steuerung übernimmt außerdem den Start-Stopp-Vorgang und synchronisiert das BHKW mit dem Stromnetz.
Perfekte Ergänzung durch Gas-Brennwertkessel
Um Spitzenlasten abzufangen, ergänzen zwei Gas-Brennwertkessel "Logano plus SB745-800" das Blockheizkraftwerk. Die Wärmeerzeuger mit einer Nennwärmeleistung von 800 kW sind auf den Einsatz in großen Objekten ausgelegt und zeichnen sich durch ihren besonders hohen Wirkungsgrad aus: Die durchdachte Wasserführung mit Kondens plus Nachschaltheizfläche unter dem Feuerraum unterstützt die Kondensation, zudem sorgt ein integriertes Wasserleitelement für eine optimale Wasserverteilung und höheren Brennwertnutzen, indem kälteres und wärmeres Rücklaufwasser getrennt bleiben.